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Schupfalm
Lackenkammern
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Herz-Ass Villgratental - Sagen

Die Sage vom Thurntalurban

Der Thurntaler Urban war ein armer Tagwerker in Unterwalden und fristete mit der Urschl, seinem Weib, ein kümmerliches Leben. Im Nebenverdienst sammelten sie in den Bergen Heilkräuter, um sie auf den Markt in Sillian zu verkaufen. Aber das Geschäft ging schlecht und schlechter. Alles kaufte lieber bei den fremden Kräuterkrämern. Wenn sie mit der Ware von Hof zu Hof hausierten, wurden sie überall abgewiesen und bei Tür und Tor hinausgeschafft.

Da packte Urban der Zorn und er schwor Rache. Auf dem Heimweg fluchte er so lang und laut, bis der Teufel leibhaftig vom ihm stand. Urban rief: "Mir kannst auch du nicht helfen, schwarzer Teufel! Mach dich fort!" Dieser darauf: "Was immer du willst, alles sollst du haben, wenn du mir die Seele verschreibst!" Urban schlug kurzerhand ein und unterschrieb mit dem eigenen Blut.

Nun hatten alle Bauern arg zu leiden, denen Urban etwas heimzuzahlen hatte. Durch seine Teufelsmacht schadete er jedem, wo er nur konnte. Viele kamen durch ihn um Haus und Hof, Hab und Gut. Als die Leute merkten wer der wahre Übeltäter war, verjagten sie ihn, und er musste sich zum Thurntaler See flüchten, wo er fortan in einem Felsloch hauste. Wenn er mit seinem Stecken Wellen ins dunkeltiefe Wasser schlug, zog schnell ein wildes Unwetter auf und richtete in der ganzen Gegend großen Schaden an. Wenn Blitz und Donner tobten, fuhren Urban und Urschl in einer hölzernen Milchschüssel durch die Lüfte davon. Manchmal ist der Höllische selber mitgeritten.

Er nahm Pickel und Schaufel und begann, das Ufer abzugraben, um den See auszulassen, damit das ganze Tal überschwemmt und verschüttet würde. Dies sah zufällig ein Hirtenbub. Der machte schnell Lärm. Das Volk flüchtete ins Gebet, eilte zur Kirche und ließ läuten. Als Urban die große Löfflerin hörte, war sein höllische Kraft gebrochen: "Weil ich den Stier in Sillian brüllen hörte, kann ich nicht mehr weiter!" Aus Wut warf er die Schaufel samt den Letten drauf weit von sich, und wo sie niederfiel, sind heute noch schwarze Flecken, wo gar nichts wächst.

Der Thurntaler Urban trieb noch andere Stücke, bis ihn und die Urschl der Arm der Gerechtigkeit ergriff und ins Loch steckte. Zuletzt wurde er gehängt, sie wurde geköpft. Die Leichen wurden verbrannt. Die Asche wurde in alle vier Winde gestreut.


Sage vom Riesen Haunold

Eng verbunden mit dem Berg ist die Pustertaler Sage vom Riesen Haunold. Dieser war der Sohn eines römischen Feldhauptmannes, der im Kampf gegen die Hunnen getötet wurde.

Durch eine List entkam seine Amme mit ihm ins hinterste Villgratental, wo sie von einer Hexe (der „Lottermoidl“) den Rat erhielt, sich bei einer nahen Quelle zu verbergen. Das Wasser dieser Quelle war aber wundertätig, sodass Haunold zu einem Riesen aufwuchs. Inzwischen hatten die Hunnen Burg Heinfels errichtet und herrschten schrecklich über das Pustertal. Als Herzog Tassilo nun in die Gegend kam und in St. Oswald lagerte kam eine Abordnung der Bauern zu ihm mit der Bitte, die Hunnenherrschaft zu beenden. Herzog Tassilo belagerte die Hunnenburg, konnte sie aber nicht einnehmen. Auch dem Hunnenfürst gelang es nicht, den Herzog entscheidend zu schlagen, sodass die Entscheidung im Zweikampf fallen sollte. Der Hunnenfürst war aber von so mächtiger Gestalt, dass sich ihm niemand entgegenstellen wollte. Der Herzog schickte also einen Boten zur Quelle Admirabus, um den Riesen Haunold um Beistand zu bitten. An der Mündung des Sextnerbaches in die Drau kam es zum Kampf zwischen Haunold und dem Hunnenfürst, bei der Haunold den Hunnen überwand und ihm eine Rippe herausriss, die heute über dem Tor des Innichner Domes aufgehängt ist. Herzog Tassilo gründete zum Dank das Kloster Innichen, an dessen Bau Haunold tatkräftig mitwirkte. Die Einwohner von Innichen waren darüber weniger erbaut, da der Riese einen gewaltigen Appetit hatte, sodass sich Haunold bald als Einsiedler zurückzog. Heute schläft er im gleichnamigen Berg und wartet auf den Anbruch der verheißenen Zeit.

Historisch korrekt ist die Gründung des Klosters Innichen durch den Bayernherzog Tassilo, sowie dessen Zug durch das Pustertal. Die Überlieferung, Burg Heinfels sei von Hunnen oder Awaren gegründet worden, wird von der modernen Geschichtsforschung nicht bestätigt. Die Rippe im Innichner Dom stammt sehr wahrscheinlich von einem Wollnashorn.


Die Schatzwände (Rotspitze bei Oberstalleralm)

„ Wo nur der Kafte Tenigl das viele Geld her hat“, rätselten die Villgrater herum, als das arme Bäuerlein eines Tages Grund und Boden am unteren Lahnberg erwarb und zu bauen begann. Tenigl, der ist ein einer armseligen, ständig Vermurungen ausgesetzten Hütte hauste, nannte nur eine Kuh, eine Geiß und einen kleinen Wisenfelck sein eigen. Nun hatte sich das Glüksrad für ihn gedreht. Ohne auf die neugierigen Fragen der Nachbarn zu achten, holte er sich Handwerksleute vom Sillianberg und baute fleißig darauf los, so das der Villgrater in kurzer Zeit ein schuckes, gemausertes Feuerhaus heranwachsen sahen, dem Tenigl ein großes, hölzernes Futterhaus zur Seite stellte. Wald, Feld und Vieh wurden gekauft und zu guter letzt Hochzeit gehalten, Sein Weib schenkte ihm zwei Söhne, die, bescheiden und in Gottesfurcht erzogen, tüchtige Bauern zu werrden versprachen. Tenigls Reichtum schien unerschöpflich zu sein. Als er eines Tages im Kapitelhaus zu Innichen geschätehalbber vorsprach, erlaubte er sich den Spaß, den Kapitelamtmann zu fragen, wieviel er für den Villgrater Zehent verlangen würde, denn er sei willens, diesen aufzukaufen. Lachen nannte der Amtmann, der Humor hatte, aber an einen Verkauf dieser erträgllichen Einkünfte überhaupt nicht dachte eine sehr hohe Summe und stellte die Bedingung, das Geld binnen 24 Stunden bei ihm zu erlegen sei, andernfalls Tenigl eine tüchtige Buße bezahlen müsse. Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt— sprachlos ließ sich der Kapitelamtmann in seinem Polsterstuhl fallen, als noch vor der vereinbarten Zeit Tenigl bei ihm erschien und die harten Dukaten auf den Tisch zählte. Da der Amtmann das Ganze als Scherz betrachtet hatte, kam er nun in die fößte Velegenheit, den jetzt war es an ihm, das Bußgeld zu Entrichten. Das Stift dachte nicht daran, dem Villgrater Zehent zu verkaufen, und man einigte dich dahin, um Tenigl und seinen Leibeserben auf ewige Zeiten alle Abgaben für seinen Hof zu erlassen, auf das er vom Handel zurückstehe. Ein schöner Herbst ging wieder zu Ende. Der Kafte Tenigl aber lag in seiner Kaser zu Oberstaller im Sterben. Noch zu keinem Menschen hatte er über die Quelle seines Reichtumes gesprochen, nun gedachte er den beiden Söhnen als wervollstes Vermächtnis die Fundstelle des Goldes in der „Reate“ zu zeigen, bat diese, ihn auf eine Tragbahre zu betten und in die Schatzwände zu tragen.Sie Gehorten dem Wunsche des schwerkranken Vaters,doch schon in der Milate –Lärche trat ihnen der Tod entgegen und Tenigl hauchte sein Leben aus. Gas Geheimnis nahm er mit ins Grab - ob er damit seinen fleißigen Söhnen nicht den größten Liebesdienst erwiesen hatte?

Viel Wasser hatte seit jener Begebenheit der Villgraterbach der Drau zugeführt, als die Talbewohner den sogenannten „schwarzen Philipp“, einen verwilderten Strolch, dessen Herukunft in Dunkelheit gehüllt blieb, immer wieder zu den Schatzwänden emporsteigen sahen von denen er schwer bepackt zurückkehrte. Man vermutet, er hat jene Goldader wieder entdeckt.


Pech Ziska

Noch gottloser und ausgelassener war aber die Pech Ziska. Auch sie verbrachte als Sennin jeden Sommer im Volkzein. In ihrer Kaser bereitete sie einmal für den Hochfrauentag (Maria Himmelfahrt) einen Almtanz vor. Das ganze Hirtenwolk aus den benachtbarten Almen wollte sich hier treffen. Krapfen und Schnaps waren in rauhern Mengen bereitgestellt. Als am Abend der Tanz beginnen sollte, fehlten noch immer die Musikanten. Da das Jungvolk noch ungeduldig wurde rief Ziska: „Musikanten bring ich genug, bin ja heut so gut aufgelegt, dass ich mit dem Teufel selber tanzen möchte, wenn er hier wär; zuerst muss ich aber den Weihburnnkrügel wegtun und die Heiligenbilder umdrehn! Nachdem dies geschenen war, ergriff Ziska einen Stock, ging vor die Hütte, stieß dreimal auf den Boden un schrie: „Musik heraus“ Sogleich krochen wir Männlein aus der Erde, rannten in die Stube und entlockten ihren Instrumenten gar wilde Weisen. Es begann nun ein Tanzen, Johlen und Schreien, das bis zum frühen Morgen anhielt. Als aber vom Dorfe her die Töne der Aveglocke erklangen, da stürzte sich eine Schar feuriger Männlein auf die Tanzenden und zerrte sie fort in die Berge. Ziska kam als erste gegen Mittag wieder zurück und ging an ihre Arbeit. Seither wurde sie jedoch als Hexe und Zauberin gefürchtet und von allen gemieden.


(Vokzein – ein in früheren Zeiten verschiedensprachige Völker verbindender Bergsattel (Villgratental mit Deffereggental- Bajuwaren und Slawen (Zeines = Cines = Bergsattel))


Villgraten - das schönste Fleckchen Erde

„Als Gott am siebten Tage Ruhte, erbaten sich die Engel für eine Weile seine Macht, um auf einem kleinen Stück Erde auch etwas erschaffen zu können. So bauten sie mit großer Freuden hohe Berge mit Eis und Schnee, enge Täler , wo wilde Bäche zu Tal brausten, tiefe Schluchten, wo über die Felsen klare Wasser stürzten und unzählige Quellen, die aus Moos und Stein hervor sprudelten. Dichten Bergwald ließen sie stehen, wo Steinbock und Gams sich verstecken konnten. Üppige Almen erdachten sie, und prächtige Berghänge, wo das saftige Kraut stand, und tausende Blumen im Winde schaukelten, und einen hohen Himmel wo Bussard und Adler gegen die Sonne flogen, Als Gott erwachte, schlug er die Hände zusammen:“ Ihr Engel wo ist dieses Stück Erde so schön wie nirgendwo- doch welche Art von Menschen wird hier leben wollen? Ihr habt den ebenen Ackerboden vergessen!“ Da nun die Engel so traurig waren, machte Gott dazu einen Menschen von guter, fester Art. Er gab ihm eine vielseitige, geschickte Hand, gab ihm einen humorvollen Sinn und Lebensklugheit und setzte ihm endlich viel Liebe für seine Heimat ins Herz und dieses schöne Fleckchen Erde nennt sich Villgraten.


Die Gaß Urschl

Da war vor allem die Gaß Urschl, ein gar gotteslästerliches Weib. An jedem Samstag macht sie einen Zuber voll Wäsche zurecht, um diese am Sonntag zu waschen. Man warnte sie zwar, doch höhnisch lachend wies sie alle Ermahnungen mit den Worten zurück: „Es mag wohl kommen, das feurige Mandl!“ Als sie nun am nächsten Sonntagwieder mit einem Zuber voll Wäsche zum Brunnen ging, da saß wahrhaftig ein „Feuriges Mandl“ auf dem Trog. Schreiend ließ Urschl den Zuber fallen, rannte davon und stellte seither die Sonntagswäsche ein. Von diesem Tage an hat sie das feurige Männlein nicht mehr gesehen.